
Es gibt keinen einzigen, allgemein anerkannten „Masterindex“, der die Informationsqualität und Genauigkeit jeder Website im Internet bewertet – nichts Vergleichbares zu einer Bonitätsbewertung für Informationen. Stattdessen existiert ein Flickenteppich an Diensten, die von Journalisten, Bibliothekaren, Akademikern und Suchmaschinen entwickelt wurden und jeweils einen anderen Aspekt der „Vertrauenswürdigkeit“ messen: Manche bewerten ganze Publikationen, andere einzelne Behauptungen, wieder andere den Autor statt des Mediums, und manche sind unsichtbare Algorithmen, deren Existenz man nur erahnen kann. Zusammengenommen bilden sie ein relativ solides Triangulationssystem. Allein verwendet, kann jedoch jeder einzelne von ihnen irreführend sein.
Ein Haftungsausschluss und eine Warnung, bevor Sie sich auf diese Informationen verlassen:
Jedes der unten aufgeführten Tools spiegelt die Einschätzung, Methodik und – in einigen Fällen – die Finanzierungsquellen der jeweiligen Organisation wider. Bewertungsportale wie MBFC und Ad Fontes, die auf Objektivität und Genauigkeit achten, werden regelmäßig von Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum der Voreingenommenheit beschuldigt. Crowdsourcing-Systeme können manipuliert oder angegriffen werden. Bibliometrische Kennzahlen (wie Impact Factor oder h-Index) messen die Zitationsaktivität, nicht die Korrektheit – eine häufig zitierte Arbeit kann dennoch fehlerhaft sein, und eine korrekte Arbeit in einer Nischenzeitschrift kann eine niedrige Kennzahl aufweisen. Selbst Googles EEAT ist keine transparente, nachvollziehbare Formel; sie wird aus verschiedenen Faktoren abgeleitet. Patent Akteneinreichungen, durchgesickerte Dokumente und Googles eigene vage Hinweise.
Betrachten Sie jede der folgenden Bewertungen als einen Datenpunkt, nicht als ein Urteil. Vergleichen Sie mindestens zwei unabhängige Tools – idealerweise aus verschiedenen Kategorien –, bevor Sie entscheiden, ob eine Quelle zuverlässig oder unzuverlässig ist, und lassen Sie eine automatisierte Bewertung niemals Ihre eigene Lektüre des Primärmaterials vollständig ersetzen.
Zur vollständigen Transparenz: Auch unsere untenstehende Auswahl sowie unsere Vor- und Nachteile und Kommentare zu jedem einzelnen Punkt sind diskutabel! Gerne können Sie kommentieren, Änderungen vorschlagen oder uns auf weitere Tools hinweisen, die wir vergessen haben oder die uns nicht bekannt waren. Hier <.
Kurz gesagt, trotz unserer „Nachteile“ oder Kommentare, dachten wir, dass es sich lohnt zu prüfen, ob ein hier aufgeführtes Tool/eine Website Ihren Zweck erfüllt.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Es gibt keine einzelne Instanz, die entscheidet, was online wahr ist: Überprüfen Sie immer mindestens zwei unabhängige Quellen, bevor Sie einer Behauptung vertrauen.
- Die Aufgaben derjenigen, die Medienberichte bewerten, und derjenigen, die Fakten auf der Ebene einzelner Behauptungen prüfen, sind unterschiedlich: Eine „glaubwürdige“ Quelle kann dennoch eine falsche Behauptung veröffentlichen, und umgekehrt.
- Zitationsmetriken messen Prestige, nicht Genauigkeit: Eine viel zitierte Arbeit kann trotzdem falsch sein oder später zurückgezogen werden.
- Papierfabriken und Betrug haben im akademischen Verlagswesen stark zugenommen: Überprüfen Sie eine Arbeit immer anhand von Rücknahmedatenbanken, bevor Sie sich darauf verlassen.
- Viralität ist kein Wahrheitsindikator: Inhalte verbreiten sich aufgrund ihrer emotionalen Wirkung, nicht aufgrund ihrer faktischen Richtigkeit.
- Jedes Bewertungsinstrument spiegelt die Methodik seines Entwicklers wider und Verzerrungen: Behandeln Sie die Ergebnisse als einen Datenpunkt, nicht als ein Urteil.
- Transparenz ist das stärkste Vertrauenssignal: Bevorzugen Sie Quellen, die Finanzierung, Autorenschaft und Korrekturrichtlinien offenlegen.
- Der Kontext bestimmt die Zuverlässigkeit: Dieselbe Quelle kann für eine Behauptung vertrauenswürdig und für eine andere unzuverlässig sein.
- Manuelle Beurteilung ist weiterhin wichtig: Frameworks wie CRAAP bleiben unerlässlich, wenn keine Datenbank eine Quelle abdeckt.
- Langsamer zu denken ist besser als jedes andere Mittel: Innezuhalten, bevor man etwas weitergibt, verhindert mehr Fehlinformationen als jeder einzelne Faktenchecker.
- Bonus-Grundregel: Vertrauen Sie nicht blindlings dem, was eine Website über sich selbst behauptet (z. B. „Wir sind die Nummer 1“).
Tipp: Einige dieser Tools finden Sie direkt in unserer > Online-Tools-Datenbank <, entweder im Abschnitt "Netzwerk" oder im Abschnitt "OSINT".
Glaubwürdigkeitsbewerter auf Filialebene
Diese Tools bewerten eine gesamte Website oder Veröffentlichung – eher die bisherige Erfolgsbilanz, die Eigentumsverhältnisse und die redaktionellen Praktiken – als ein einzelner Artikel:
NewsGuardEin kommerzieller Bewertungsdienst, der geschulte Journalisten (und keine Algorithmen) einsetzt, um die mehr als 35.000 Nachrichtenquellen zu bewerten, die für etwa 95 % aller Nachrichten und Informationen verantwortlich sind, die in den USA, Großbritannien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Australien und Neuseeland online konsumiert und geteilt werden. Jede Website wird anhand von neun unpolitischen Kriterien mit 0 bis 100 Punkten bewertet. Die Kriterien sind unterschiedlich gewichtet und bestimmen gemeinsam die Gesamtpunktzahl. Sie umfassen Aspekte wie die wiederholte Veröffentlichung falscher oder irreführender Inhalte, die Korrektur von Fehlern und die Offenlegung der Eigentumsverhältnisse. Das Ergebnis wird als „Nährwertkennzeichnung“ angezeigt – eine grüne, rote, Satire- oder Plattformbewertung, die nach Installation der Browsererweiterung über ein Schildsymbol neben Links in Suchmaschinen und sozialen Medien erscheint. Bevor eine negative Bewertung veröffentlicht wird, kontaktieren die Analysten von NewsGuard den Herausgeber, bitten um eine Stellungnahme und geben ihm die Möglichkeit, das Problem zu beheben oder zu reagieren. Die Reaktion wird zusammen mit der Bewertung veröffentlicht. Besonderheiten: Es unterscheidet ausdrücklich zwischen Satire und „Fake News“ – eine Humor- oder Satireseite erhält eine eigene Bezeichnung und wird nicht anhand der neun Kriterien bewertet.
Am besten geeignet für: ein schnelles Vertrauenssignal auf Browserebene beim täglichen Lesen von Nachrichten und zum Verständnis, wem eine Website gehört und wer sie finanziert. | Medienverzerrung/Faktencheck (MBFC)Eine unabhängige, kostenlose und durchsuchbare Datenbank, die mittlerweile über 10.000 Medienquellen, Journalisten, Politiker und Länder umfasst. Bewertet jedes Medium anhand zweier separater Achsen – politischer Voreingenommenheit (von links nach rechts) und faktischer Genauigkeit (sehr hoch bis niedrig) – und führt Klassifizierungskategorien, darunter Falsche NachrichtenSatire, Extreme Voreingenommenheit, Verschwörungstheorie, Gerüchteküche, Staatsnachrichten, Pseudowissenschaft, Hassnachrichten, Clickbait, Vorsicht ist geboten, Politisch und Glaubwürdig. Besonderheiten: Es wird von einem kleinen Team und nicht von einer großen Redaktion betrieben, und in den Beiträgen für die einzelnen Medien werden typischerweise konkrete, fehlgeschlagene Faktenchecks als Beweis angeführt.
Am besten geeignet für: Eine schnelle, intuitive Überprüfung, ob ein unbekanntes Medium in der Vergangenheit Fakten verzerrt hat, um sie einer politischen Agenda anzupassen. |
Ad Fontes Media (Media Bias Chart)Eine visuelle Darstellung, die nicht in den obigen Suchergebnissen enthalten ist, aber allgemein bekannt ist, ordnet Medien auf zwei Achsen an – Zuverlässigkeit (vertikal) und politische Ausrichtung (horizontal) – wobei Analystengremien mit unterschiedlichen politischen Perspektiven dieselben Artikel bewerten.
Am besten geeignet für: Viele Quellen gleichzeitig visuell zu vergleichen, anstatt sich eingehend mit einer einzelnen zu befassen. |
Faktenchecker auf Behauptungsebene
Diese bewerten keine Website, sondern eine bestimmte Aussage, ein Video oder einen viralen Beitrag.
PolitiFactEine Faktencheck-Website, die die Richtigkeit von Aussagen gewählter Amtsträger und anderer Personen bewertet und von Redakteuren und Reportern der Tampa Bay Times betrieben wird. Jede Behauptung wird auf dem „Wahrheits-O-Meter“ bewertet, einer Skala von „Wahr“ bis „Falsch“, wobei die lächerlichsten Lügen die niedrigste Bewertung erhalten, „Hose in Flammen“. Besonderheiten: Der Fokus liegt speziell auf politischen Äußerungen – Debatten, Anzeigen, Interviews, Social-Media-Beiträgen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – und nicht auf allgemeinen Behauptungen im Internet.
Am besten geeignet für: Überprüfung eines bestimmten Zitats oder einer politischen Behauptung, die Sie im Umlauf gesehen haben. | SnopesDie älteste und größte allgemeine Faktencheck-Website im Internet, gegründet 1994, konzentrierte sich ursprünglich auf urbane Legenden und deckt mittlerweile virale Behauptungen aller Art ab. Die Aussagen werden auf einer detaillierten Skala bewertet: Die Bewertungen geben an, ob die Hauptbestandteile einer Aussage nachweislich wahr sind, wahr, aber mit einem irreführenden Nebenaspekt, eine echte Mischung aus wahr und falsch, falsch, aber mit einem wahren Kern, oder einfach nachweislich falsch.
Am besten geeignet für: Überprüfung, ob ein virales Foto, Video oder eine „Hast du davon gehört?“-Geschichte echt ist. |
FactCheck.org, AFP Fact Check, Reuters Fact Check, Lead StoriesEine Reihe ähnlicher Faktencheck-Dienste, von denen einige von großen Nachrichtenagenturen betrieben werden. Lead Stories nutzt insbesondere seine „Trendolizer“-Technologie, um Trendthemen zu identifizieren, die anschließend von einem Journalistenteam auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Reuters Fact Check ist Unterzeichner des Verhaltenskodex des International Fact-Checking Network, ebenso wie die Faktencheck-Abteilung der AFP.
Am besten geeignet für: Meldungen, die mit aktuellen Nachrichten in Verbindung stehen, insbesondere solche, die sich international verbreiten. | https://www.afp.com/en/our-offer/afp-fact-check |
Zu beachten: Organisationen, die Faktenchecks durchführen, sahen sich in den letzten drei Jahren mit erheblichen Finanzierungsproblemen konfrontiert. Das International Fact-Checking Network berichtete, dass 45,3 % der akkreditierten Faktenchecker bis 2025 mit sinkenden Einnahmen rechneten. Mehrere wichtige Finanzierungsquellen versiegten etwa zur gleichen Zeit: Meta beendete seine Partnerschaft mit US-amerikanischen Faktencheckern, USAID wurde nach einem Einfrieren staatlicher Fördermittel eingestellt, und die National Endowment for Democracy setzte entsprechende Fördergelder aus. Dies zwang viele Organisationen, Personal abzubauen und sich stärker auf einen kleineren Fördertopf zu verlassen, obwohl das öffentliche Interesse an ihren Faktenchecks weiter wuchs.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der schnellste Weg, um zu überprüfen, ob eine Nachricht wahr ist?
Suchen Sie nach den wichtigsten Fakten der Behauptung in Verbindung mit dem Wort „Faktencheck“ und prüfen Sie, ob PolitiFact, Snopes oder Reuters Fact Check die Geschichte bereits untersucht haben. Falls noch kein Faktencheck vorliegt, suchen Sie die Geschichte bei ihrer ursprünglichen Quelle, anstatt der Person zu vertrauen, die sie geteilt hat.
Warum kann ich einer Webseite nicht einfach vertrauen, nur weil sie professionell aussieht?
Ein ansprechendes Design lässt sich leicht fälschen und sagt nichts über redaktionelle Standards aus. Prüfen Sie, wem die Seite gehört, ob die Autoren über entsprechende Qualifikationen verfügen und ob Behauptungen belegt sind – nicht, wie die Seite aussieht.
Ist eine hohe Zitationszahl ein Beweis dafür, dass eine wissenschaftliche Arbeit korrekt ist?
Nein. Zitationszahlen messen Einfluss und Sichtbarkeit, nicht die Genauigkeit, und gefälschte oder später zurückgezogene Publikationen können jahrelang Zitationen sammeln, bevor das Problem auffällt. Prüfen Sie daher immer, ob eine Publikation zurückgezogen wurde, bevor Sie sich darauf verlassen.
Worin besteht der Unterschied zwischen Fehlinformation und Desinformation?
Falschinformationen sind Informationen, die unwissentlich und oft versehentlich verbreitet werden. Desinformationen hingegen sind Informationen, die absichtlich erstellt und verbreitet werden, um zu täuschen, meist aus politischen oder finanziellen Gründen.
Kann ich einem Artikel vertrauen, nur weil er wissenschaftliche Studien zitiert?
Nicht automatisch – prüfen Sie, ob die zitierte Studie tatsächlich das aussagt, was im Artikel behauptet wird, da Überschriften Ergebnisse oft übertreiben oder verzerren. Prüfen Sie außerdem, ob die Studie einem Peer-Review-Verfahren unterzogen, repliziert oder später zurückgezogen wurde.
Woran erkenne ich, ob ein Bild oder Video echt ist?
Führe eine umgekehrte Bildersuche mit dem Foto oder einem Schlüsselbild aus dem Video durch, um herauszufinden, wo und wann es erstmals online veröffentlicht wurde. Manipulierte und aus dem Kontext gerissene Medien gehören zu den häufigsten Verbreitungsmethoden für Falschmeldungen. Begegne daher dramatischen Bildern mit besonderer Skepsis.
Sind Wikipedia-Artikel zuverlässig?
Wikipedia selbst ist im Allgemeinen ein guter Ausgangspunkt für den Kontext, aber ihr eigentlicher Wert für die Faktenprüfung liegt in den in den Fußnoten zitierten Quellen. Überprüfen Sie diese zugrunde liegenden Quellen direkt, anstatt den Wikipedia-Text selbst als endgültige Aussage zu betrachten.
Warum sind sich verschiedene Faktenprüfer manchmal uneinig?
Faktenprüfung erfordert menschliches Urteilsvermögen, insbesondere bei komplexen oder politisch brisanten Aussagen, weshalb Meinungsverschiedenheiten durchaus vorkommen können. Bei widersprüchlichen Quellen sollten Sie mehrere Faktenprüfer konsultieren und die Originalbelege selbst prüfen, anstatt sich für die Ihnen genehme Version zu entscheiden.
Was bedeutet es, wenn eine Quelle „peer-reviewed“ ist?
Das bedeutet, dass andere Experten auf dem Gebiet die Arbeit vor der Veröffentlichung geprüft und die Methodik als ausreichend fundiert für eine Veröffentlichung beurteilt haben. Es ist jedoch keine Garantie für die Richtigkeit – begutachtete Artikel werden nach wie vor regelmäßig zurückgezogen, insbesondere da der Betrug durch unseriöse Publikationen in den letzten Jahren zugenommen hat.
Sollte ich einer Behauptung vertrauen, nur weil sie viele Likes oder Shares hat?
Nein – Viralität misst, wie emotional ansprechend oder teilbar Inhalte sind, nicht wie wahr sie sind. Falsche Behauptungen verbreiten sich oft schneller als Richtigstellungen, gerade weil sie darauf abzielen, eine starke Reaktion hervorzurufen.
Woran kann ich erkennen, ob eine Website eine politische Agenda verfolgt?
Prüfen Sie die unabhängige Voreingenommenheitsbewertung mithilfe eines Tools wie Media Bias/Fact Check oder Ad Fontes Media und recherchieren Sie, wer die Website finanziert und wem sie gehört. Eine Website kann Fakten korrekt wiedergeben, auch wenn sie bewusst bestimmte Fakten hervorhebt. Voreingenommenheit und Ungenauigkeit sind daher nicht dasselbe.
Welche Gewohnheit verbessert meine Beurteilung von Online-Informationen am meisten?
Überlege dir gut, bevor du etwas teilst – halte inne und frage dich, wem es nützt, wenn du es glaubst, und überprüfe die Originalquelle, bevor du reagierst. Die meisten Falschinformationen verbreiten sich, weil Menschen sie impulsiv teilen, anstatt weil die Behauptung bei genauerer Prüfung überzeugend ist.











