
Ah, Sie haben genug von der dämlichen Moral der „echten Nachhaltigkeit“ (alias Greenwashing)? Sie möchten aus den tristen Niederungen ethischen Verhaltens auf die sonnendurchfluteten, profitablen Gipfel purer, unverfälschter Künstlichkeit aufsteigen? Ausgezeichnet. Sie scheinen bereit für eine ordentliche Greenwashing-Schulung zu sein.
Vergessen Sie Ethik; das ist ein Hobby für Einfallslose. Wir sind Künstler, und unsere Leinwand ist die Leichtgläubigkeit des Konsumenten. Passen Sie gut auf, mein angehender Machiavelli des Marketings, denn dies ist eine Meisterklasse in den fünfzehn Geheimnis heilige Kunst des Greenwashing.
Tipp: wir empfehlen dringend, die englische Version dieses Artikels zu lesen (im Gegensatz zu den automatischen Übersetzungen), sie ist viel … umweltfreundlicher!
Haftungsausschluss Nr. 1: Ich bitte Sie, dies sei hiermit klargestellt, insbesondere für diejenigen, die ein weniger ausgeprägtes Gespür für das Theatralische haben, dass die folgende Meisterklasse ein rein theoretisches Werk ist. Greenwashing Kunstfertigkeit. Sollte eine dieser erlesenen Strategien eine flüchtige oder gar verblüffend genaue Ähnlichkeit mit den öffentlichen Äußerungen oder Unternehmensmanövern einer realen, lebenden oder verstorbenen Entität aufweisen, muss man dies als höchst unglücklichen und amüsanten Zufall abtun. Man sollte sich nicht vorstellen, dass reale Unternehmen in all ihrer ernsthaften, schwerfälligen Mittelmäßigkeit jemals den nötigen Elan und die intellektuelle Stärke besitzen könnten, um solch erhabene Täuschungen durchzuführen. Die Realität, so scheint es, ist so oft eine blasse und plumpe Imitation einer wahrhaft überlegenen Fiktion.
Haftungsausschluss Nr. 2: darüber hinaus muss betont werden, dass die nachstehenden fünfzehn Grundsätze, die bisher erläutert wurden, nicht als einfaches Handbuch für unternehmerisches Fehlverhalten dienen, sondern als rein intellektuelle Übung für den anspruchsvollen Verstand. Folglich lehnen wir jegliche moralische oder rechtliche Schuld bei ihrer perfekten (!) Anwendung ab. Sollte die meisterhafte Ausübung dieser erhabenen Künste durch einen Akolythen zu irgendwelchen … unglücklichen Verwicklungen mit den plumpen Machenschaften des Gesetzes führen, so ist dies nicht als Beweis für einen Fehler in der Lehre zu werten, sondern für einen beklagenswerten Mangel an Finesse des Praktizierenden. Sich durch solche irdischen Streitereien zu navigieren, ist schließlich ein praktischer Test der eigenen Eignung, und wir übernehmen keine Verantwortung für diejenigen, die in ihrer Eile über die Vulgaritäten eines Rechtsstreits stolpern.
Ein Gentleman-Leitfaden zur exquisiten Täuschung
1. Die Kunst des bewussten Weglassens (auch bekannt als der versteckte Kompromiss)

Man muss lernen, die Realität zu kuratieren.
Dieser Meisterstreich besteht darin, einen einzelnen, schimmernden Fleck grüner Tugend ins Rampenlicht zu rücken, während eine wahre Legion von Umweltsünden praktischerweise abseits der Bühne weitermarschiert. Es geht nicht ums Lügen, mein Lieber, es geht um Bearbeitung.
Fallstudie: Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen Papierhandtücher. Sie verkünden heldenhaft, sie seien zu „20 % aus Recyclingmaterial“ hergestellt! Die Massen sind hingerissen. Erwähnen wir, dass die restlichen 80 % aus dem letzten verbliebenen Lebensraum des Gefleckten Trauerwaldsängers stammen? Um Himmels willen, nein! Warum sollten wir ihre hübschen kleinen Köpfe mit solch tristen Details vollstopfen?
Expertengeflüster: beauftragen Sie auf jeden Fall eine Ökobilanz. But do not view it as a tedious tool for self-improvement. View it as a menu. A glorious buffet of potential half-truths! Select the one, single, most flattering data point—no matter how trivial—and have your marketing department trumpet it from the heavens. The rest of the report makes for excellent kindling.
2. Die Symphonie der bedeutungslosen Schlagworte (auch bekannt als vage Sprache)
Sprache ist Ihr Spielzeug beim Greenwashing.
Wörter wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“, „grün“ und „vollkommen natürlich“ sind wunderbar bedeutungslos. Sie sind das Marketing-Äquivalent eines festen, beruhigenden Händedrucks von einem Mann, der einem aktiv das Geld aus der Tasche zieht. Sie fühlen sich gut an, bedeuten aber nichts.
Fallstudie: eine Flasche giftigen, leuchtenden Toilettenreinigers. Schlagen Sie das Wort „Öko-Reinigung” auf dem Etikett. Vielleicht ein Blatt hinzufügen. Reinigt es irgendetwas Ökologisches? Natürlich nicht. Es könnte wahrscheinlich einen Kleinwagen auflösen. Aber es fühlt sich an sauberer, nicht wahr?
Expertengeflüster: entwickeln Sie Ihre eigene interne glossar. "Nachhaltig" bedeutet "wir können die Gewinnspannen aufrechterhalten". "Umweltfreundlich" bedeutet, dass die Verpackung theoretisch recycelbar ist, wenn sie an einem Dienstag im Monat mit einem "R" in der richtigen Tonne landet. Seien Sie mutig. Seien Sie vage. Seien Sie profitabel.
3. Das neue Zertifikat des Kaisers (auch bekannt als Mangel an Beweisen)

Stellen Sie eine Behauptung auf. Lassen Sie sie offiziell klingen. Und dann, in einem Geniestreich, liefern Sie keinerlei Beweise. Der moderne Verbraucher hat die Aufmerksamkeitsspanne einer Mücke. Er sieht die Behauptung, verspürt einen Stich der Tugend und geht weiter, bevor die Frage „Wer sagt das?“ in seinem prosaischen Verstand entstehen kann.
Fallstudie: Ihre Hotelkette behauptet, den Wasserverbrauch um 30 % gesenkt zu haben. Eine fantastische Zahl. Wird sie durch geprüfte Daten gestützt? Gibt es Berichte? Meine Güte, das ist ein administrativer Albtraum. Die Behauptung ist das Entscheidende. Der Beweis ist ein vulgäres Extra.
Expertengeflüster: Wenn Sie auf Beweise drängen, was absolut unhöflich ist, richten Sie Ihre Anfragen einfach an einen nicht existierenden „Leiter für Nachhaltigkeit“ oder eine Webseite, die sich seit 2011 „im Aufbau“ befindet. Allein der Aufwand, der nötig ist, um die Wahrheit ans Licht zu bringen, ist eine großartige Abschreckung.
4. Die pastorale Illusion (auch bekannt als irreführende Bildsprache)

Unterschätzen Sie niemals die Wirkung eines schönen Baumbildes. Ihr Produkt könnte ein Fass mit Industrieschlamm sein, aber wenn auf der Verpackung ein taufrisches Blatt, ein lächelnder Panda oder ein klarer Gebirgsbach abgebildet ist, erledigt das Gehirn des Verbrauchers den Rest. Er wird Ihren Giftmüll mit einem schönen Urlaub assoziieren.
Fallstudie: Werbung für einen monströsen, spritfressenden SUV. Verstopft er eine Stadtstraße? Nein. Er parkt majestätisch auf einem Berg, den er ohne Hubschrauber niemals hätte erklimmen können, während ein Weißkopfseeadler anmutig über ihm schwebt. Es ist kein Auto; es ist ein Gemeinschaft mit der Natur.
Expertengeflüster: Ihre Markenrichtlinien sollten die Verwendung der Farbe Grün vorschreiben, wenn Sie es unbedingt wissen müssen. Stockfotos von Wasserfällen sollten jederzeit verfügbar sein. Ziel ist es, eine so starke visuelle Trennung zu schaffen, dass der Kunde vergisst, dass Ihre Fabriken gerade ein Feuchtgebiet asphaltieren.
5. Die „Wenigstens sind wir keine Brandstifter“-Verteidigung (auch bekannt als das kleinere von zwei Übeln)

Das ist ein herrlich zynischer Schachzug. Geben Sie zu, dass Ihre Produktkategorie grundsätzlich furchtbar ist, positionieren Sie Ihre spezielle Art der Schrecklichkeit aber als etwas weniger furchtbar als die der Konkurrenz. Die Messlatte liegt auf dem Boden, und Sie überschreiten sie galant.
Fallstudie: “Biologisch”Zigaretten". Sie sind immer noch Verkauf süchtig machende Karzinogene in Papier eingewickelt, aber der Tabak wurde ohne Pestizide angebaut! Das ist die “gesunde” Option für den anspruchsvollen Selbstzerstörer. Bravo!.
Expertengeflüster: Identifizieren Sie den schlimmsten Aspekt Ihrer Branche. Und verbessern Sie ihn dann mikroskopisch. Wenn Ihre Konkurrenten Kinderarbeit einsetzen, sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder wenigstens eine Kekspause bekommen. Vermarkten Sie sich dann als die „ethische Wahl“.
Anwendungsübung: finden Sie heraus, wie viele von 15 Kugeln in diesem Anhänger des brillanten Film “Danke fürs Rauchen” (2005) von Jason Reitman, anzuwenden in weniger als 3 Minuten.
6. Die glorreiche, ungezügelte Lüge (auch bekannt als Flunkern)

Manchmal ist Subtilität etwas für Schwache. Manchmal muss man der Öffentlichkeit einfach in die Augen schauen und mit der Überzeugung eines Heiligen lügen. Dies erfordert Elan, ein ernstes Gesicht und ein gut finanziertes Anwaltsteam.
Fallstudie: Ach, die Autoindustrie. Ein Meisterwerk. Autos zu konstruieren, die bei Abgastests physisch manipulieren, während gleichzeitig eine Marketingkampagne für „Clean Diesel“ läuft. Diese schiere, kompromisslose Dreistigkeit verdient Bewunderung und Bewunderung. Es ist die Sixtinische Kapelle des Unternehmensbetrugs.
Expertengeflüster: Dies ist eine fortgeschrittene Technik. Bevor Sie eine Lüge dieses Ausmaßes auftischen, stellen Sie sicher, dass Ihre Anwälte alle Schlupflöcher ausgelotet haben und Ihr PR-Team einen tränenreichen, mehrstufigen Entschuldigungsplan parat hat. Der Schlüssel liegt darin, die Lüge so groß und dreist zu machen, dass die Leute diese Dreistigkeit fast schon respektieren.
7. Die Phantom-Befürwortung (auch bekannt als Anbetung falscher Etiketten)

Warum sich mit dem langwierigen und teuren Prozess einer echten Öko-Zertifizierung herumschlagen, wenn man einfach seine eigene erfinden kann? Ein gut konzipiertes Logo Ein Blatt und ein paar vage offiziell klingende Worte genügen.
Fallstudie: Sie gründen das „Eco-Veritatas Institut für planetarische Harmonie“, bestehend aus einem Postfach und einer von Ihrem Neffen gestalteten Website. Dieses „Institut“ verleiht Ihrem Produkt dann die höchste Auszeichnung: das „Veridian Leaf of Approval“. Es hat keine Bedeutung, sieht aber unglaublich beeindruckend aus.
Expertengeflüster: Studieren Sie das Design echter Öko-Labels. Achten Sie auf die Verwendung von Kreisen, serifenlosen Schriftarten und Grüntönen. Gestalten Sie etwas, das optisch Legitimität vermittelt. Denken Sie daran: Sie verkaufen kein Produkt; Sie verkaufen ein Gefühl der Beruhigung.
8. Der Triumph des Trivialen (auch bekannt als die irrelevante Behauptung)
Schreien Sie von den Dächern, wenn etwas wahr, aber völlig irrelevant ist. Das funktioniert wunderbar, denn es handelt sich technisch gesehen nicht um eine Lüge, was die Strafverfolgung extrem erschwert.
Fallstudie: Stolz darauf, dass Ihr Deospray „FCKW-frei“ ist! Das ist seit über 30 Jahren gesetzlich vorgeschrieben. Das ist so, als würden Sie damit prahlen, Ihre Cornflakes seien „asbestfrei!“. Das stimmt zwar, ist aber auch das absolute Minimum, um Ihre Kunden nicht aktiv zu vergiften.
Expertengeflüster: Führen Sie eine Liste verbotener oder veralteter Schadstoffe. Geben Sie regelmäßig bekannt, dass Ihre Produkte diese nicht mehr enthalten. Dies gibt dem Illusion ständiger Innovation und Sorge, während Sie in Wirklichkeit genau nichts tun.

9. Das kunstvolle Ausweichen (auch bekannt als selektive Offenlegung)
Ihr jährlicher Nachhaltigkeitsbericht sollte nicht als ein Dokument von Tatsachen, sondern als ein Werk der Fiktion behandelt werden.
Wählen Sie Ihre Daten sorgfältig aus.
Heben Sie die eine Fabrik hervor, die Solarmodule installiert hat, und lassen Sie die fünfzig anderen, die immer noch mit brennenden Reifen fahren, stillschweigend außer Acht.
Fallstudie: Ein Fast-Fashion-Gigant bringt eine „Conscious Collection“ auf den Markt, die aus drei recycelten Flaschenverschlüssen und einer guten Absicht besteht. Diese Kollektion erhält 99 % des Marketingbudgets, macht aber nur 0,1 % der tatsächlichen Produktion aus. Die Öffentlichkeit erinnert sich an die schöne, grüne Kampagne, nicht an die Berge von Polyestermüll.

Expertengeflüster: eine Grafik einstellen Designer der ein Zauberer in Sachen Infografik ist. Ein schönes Diagramm kann selbst die düstersten Daten wie einen durchschlagenden Erfolg aussehen lassen. Verwenden Sie leuchtende Farben für Ihre kleinen Erfolge und gedämpfte Grautöne für Ihre kolossalen Misserfolge. Oder noch besser: Lassen Sie die Misserfolge einfach ganz weg.
10. Die Lockvogelente (auch bekannt als „Köder und Wechsel“)

Kreieren Sie ein einziges, wirklich „grünes“ Produkt. Machen Sie es zu Ihrem Helden. Sprechen Sie ununterbrochen darüber. Sorgen Sie dafür, dass es sündhaft teuer ist und in lächerlich kleinen Mengen produziert wird. Dieses Halo-Produkt wird Ihre gesamte, sonst eher schmuddelige Produktlinie in einen tugendhaften Glanz hüllen.
Fallstudie: Ein Ölkonzern gibt Millionen aus, um für seine winzigen Investitionen in Algen-Biokraftstoffe zu werben. Die Öffentlichkeit denkt: „Oh, wie zukunftsorientiert!“, vergisst dabei aber geflissentlich, dass 99,9 Prozent des Geschäfts des Konzerns immer noch auf fossilen Brennstoffen basieren.
Expertengeflüster: Das „grüne“ Produkt muss nicht einmal profitabel sein. Sein einziger Zweck ist es, ein PR-Schutzschild zu sein. Behandeln Sie das Marketingbudget als Einzelposten unter „Reputationsrisikominderung“.
11. Der erhobene Finger (auch bekannt als Greenshifting)

Dies ist eine großartige Ablenkung. Wenn Sie mit den Müllbergen konfrontiert werden, die Ihr Unternehmen produziert, wenden Sie sich einfach mit einem enttäuschten Stirnrunzeln an die Öffentlichkeit und schlagen Sie vor, dass die real Problem ist, dass Sie nicht richtig recyceln.
Fallstudie: Ein globaler Getränkekonzern, der Milliarden von Einweg-Plastikflaschen in die Welt pumpt, startet eine emotionale Kampagne über die Bedeutung von gemeinschaftlichen Aufräumaktionen. Sie sind nicht das Problem, verstehen Sie? Ihre Faulheit ist es.
Expertengeflüster: Stellen Sie alles unter dem Aspekt der „Wahlfreiheit des Verbrauchers“ und der „persönlichen Verantwortung“ dar. Das entbindet Sie von jeglicher Verpflichtung, beispielsweise bessere Verpackungen zu entwerfen oder in alternative Liefersysteme zu investieren. Schließlich ist es ihr Dreck. Sie haben gerade die Flasche hergestellt.
12. Das strategische Schweigen (auch bekannt als Greenhushing)

Eine kontraintuitive, aber manchmal nützliche Taktik. Wenn Sie tatsächlich etwas Gutes tun, sollten Sie darüber nachdenken, nichts darüber zu sagen. Das erzeugt eine Aura des Geheimnisvollen und der stillen Kompetenz und schützt Sie vor dem heulenden Mob, der unweigerlich schreien wird, dass Ihre gute Tat bei weitem nicht gut genug war.
Fallstudie: Ein Unternehmen stellt seinen gesamten Fuhrpark auf Elektromobilität um. Es gibt keine Pressemitteilung heraus. Ein Branchenjournalist erfährt davon Monate später und berichtet über das bescheidene, authentische Engagement des Unternehmens. Köstlich.
Expertengeflüster: Verwenden Sie dies nur, wenn Sie ernsthaft befürchten, dass Ihre guten Taten die Aufmerksamkeit auf Ihre weitaus zahlreicheren schlechten lenken. Es ist die Zuflucht des versierten Sünders, der weiß, wie wichtig es ist, nicht in die Aufmerksamkeit des Gesetzes zu geraten.
13. Die hochtrabende Übertreibung (auch Übertreibung genannt)

Nehmen Sie einen Kern der Wahrheit und entwickeln Sie daraus eine mächtige Eiche der Verlogenheit. Hat Ihr neues Fabrikdesign die Emissionen um 0,5 % reduziert? Großartig. Verkünden Sie, dass Sie „die Industrie mit unserer neuen Öko-Architektur revolutionieren, die den Planeten HEILT!“
Fallstudie: Eine Fluggesellschaft führt ein etwas effizienteres Flügelspitzendesign ein. Ihre Kampagne verkündet: „Fliegen Sie jetzt ohne schlechtes Gewissen!“ und „Wählen Sie den grünen Himmel!“ Dass Flugreisen im Grunde genommen immer noch ein kolossaler Akt atmosphärischer Zerstörung bleiben, ist dabei nur ein kleines Detail.
Expertengeflüster: Verwenden Sie kraftvolle, emotionale Verben. Ihr Produkt reduziert nicht, es beseitigt. Es hilft nicht, es rettet. Sie sind kein Unternehmen, Sie sind eine Bewegung. Seien Sie der Held Ihrer eigenen Geschichte, unabhängig von den Fakten.
14. Der immer weiter zurückweichende Horizont (auch bekannt als vage Unternehmensziele)
Geben Sie ein mutiges, schlagzeilenträchtiges Versprechen ab, bis zu einem Datum, das so weit in der Zukunft liegt, dass alle derzeitigen Vorstandsmitglieder längst im Ruhestand oder tot sein werden, etwas Großartiges zu tun. „Klimaneutral bis 2075!“ klingt großartig und erfordert, dass Sie heute absolut nichts tun.
Fallstudie: Ein Tech-Gigant verspricht, bis 2050 „wasserpositiv“ zu sein. Das ist eine schöne Botschaft. Sie veröffentlichen einen Hochglanzbericht voller Bilder von Wasserfällen. Gibt es einen Plan? Gibt es Zwischenziele? Seien Sie nicht so langweilig. Das Versprechen ist der Punkt.
Expertengeflüster: Der Schlüssel liegt darin, ein Ziel zu wählen, das sowohl unerreichbar ehrgeizig als auch kurzfristig absolut unwiderlegbar ist. Bis zum Stichtag haben sich die Zielvorgaben geändert, die Messgrößen haben sich geändert, und Sie können einfach ein neues Versprechen für 2125 abgeben.
15. Das manipulierte Rennen (auch bekannt als irreführende Vergleiche)

Vergleichen Sie die Leistung Ihres Produkts mit einem sorgfältig ausgewählten, vorzugsweise schlechten Konkurrenten. Sie müssen nicht gut sein. Sie müssen nur besser sein als Dave.
Fallstudie: Ihr neues Auto verbraucht nur erbärmliche 15 Meilen pro Gallone. Vergleicht man es jedoch nur mit einem Muscle-Car aus den 1970er Jahren und einem ausgemusterten Kampfpanzer, kann man mit Fug und Recht behaupten, es habe „klassenbeste Kraftstoffeffizienz“.
Expertengeflüster: Definieren Sie Ihre eigene „Klasse“. Seien Sie kreativ. Verkaufen Sie Plastikartikel? Dann gehören Sie jetzt zur Klasse „Kunsthandwerkliche, postindustrielle, handgefertigte Polymerlösungen“. Sie sind der unangefochtene Spitzenreiter, vor allem, weil Sie das einzige Mitglied sind.
Andere

Und jetzt geh, mein Schützling. Die Welt ist voller wohlmeinender Narren, und ihre Geldbörsen sind offen. Geh hinaus und sei großartig, profitabel und anmaßend grün.
Ist es das, was der Planet … verdient? Nein, das ist es nicht. Es ist das, was die Aktionäre fordern.
Viel besser.
Ein passenderes Kompendium für den fortgeschrittenen Praktiker (auch bekannt als „Verwandte Lektüre“)
Eine Bibliothek ist nur so gut wie ihr Katalog. Diese grundlegenden Texte einfach mit ihren eintönigen, gebräuchlichen Namen zu benennen, wäre ein unverzeihlicher Mangel an Vorstellungskraft. Hier ist der Lehrplan, passend betitelt und kommentiert für den anspruchsvollen Praktiker.
- Ein Katalog bequemer Wahrheiten (auch bekannt als Lebenszyklus Assessment): Eine mühsame, aber notwendige Aufzählung der eigenen Sünden, die nicht der Reue dient, sondern dazu, die einzige, trivialste Tugend zu identifizieren, die man für einen maximalen Marketingeffekt übertreiben kann. Betrachten Sie es als eine Speisekarte, aus der Sie Ihre schmackhafteste Lüge auswählen können.
- Der Alchemisten-Leitfaden für tugendhafte Furniere (auch bekannt als nachhaltige Materialauswahl): die Kunst, Materialien nicht nach ihrem ökologischen Wert, sondern nach ihrem erzählerischen Potenzial auszuwählen. Eine Prise recycelter Kunststoff oder ein Stück Bambus verleihen dem Ganzen einen wunderbaren Anschein von Tugend, ungeachtet der giftigen Klebstoffe, die alles zusammenhalten.
- The art of aesthetic misdirection (aka Ökodesign Principles): Eine charmante Philosophie, bei der gerade genug „grüne“ Ästhetik integriert wird – eine angenehm geschwungene Linie, ein Blattmotiv, vielleicht die Farbe Grün – um den Verbraucher von der grundsätzlich nicht nachhaltigen Natur des Produkts abzulenken. Es ist das architektonische Äquivalent eines gewinnenden Lächelns.
- Die große Illusion der Unsterblichkeit (auch bekannt als Kreislaufwirtschaft): Eine wahrhaft großartige utopische Fantasie, die man öffentlich unterstützen muss, während man gleichzeitig im Stillen dafür sorgen muss, dass die Produkte mit der strukturellen Integrität eines Kartenhauses gebaut werden. Das einzige, was „zirkuläre“ ist, sollte die obligatorische Rückkehr des Kunden zum Kauf des nächsten, leicht anderen Modells sein.
- Die edle Kunst der Kostensenkung (auch bekannt als Energieeffizienz): eine mühsame Angelegenheit des Kilowattzählens, die man nur dann betreibt, wenn man damit eine Senkung der eigenen Betriebskosten verspricht. Glücklicherweise lassen sich diese vulgären Kostensparmaßnahmen in eine heroische Erzählung über die „Rettung des Planeten“ verpacken, was ein erfreulicher Bonus ist.
- Der moderne Ablasshandel (auch bekannt als CO2-Fußabdruck Reduktion): Ein ausgeklügeltes Hütchenspiel, bei dem man „Kompensationen“ aus fragwürdigen Quellen kauft, um seine Emissionen „auszugleichen“. So kann man weiterhin mit Begeisterung die Umwelt verschmutzen, hat aber zusätzlich den Komfort eines reinen Gewissens, das man gekauft und bezahlt hat.
- Ein Meisterkurs in glaubhafter Abstreitbarkeit (auch bekannt als nachhaltiges Lieferkettenmanagement): die Praxis, den Lieferanten Fragebögen mit scharfen Formulierungen zu schicken, deren Antworten dann ungelesen abgelegt werden, um die eigene „Sorgfaltspflicht“ nachzuweisen, falls es zu Unannehmlichkeiten hinsichtlich der Bedingungen in der Fabrik kommen sollte.
- Plagiarising nature for profit (aka Biomimikry): Der Akt, einen Blick auf eine Muschel oder ein Lotusblatt zu werfen und dann zu behaupten, dass es die „Inspiration“ für ein neues Plastikgerät war. Es verleiht selbst den synthetischsten Kreationen einen poetischen, naturalistischen Glanz.
- The expensive wallpaper (aka Environmental Certifications and Normen): Eine Sammlung recht teurer Logos und Akronyme, die man kaufen kann, um sie auf seine Produkte zu kleben. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die lästige Angewohnheit des kritischen Denkens beim Durchschnittsverbraucher zu unterdrücken.
- Eine Studie zur kuratierten Ehrlichkeit (auch bekannt als Produkttransparenz): die sorgfältige Kuratierung von Informationen, um eine Illusion der Ehrlichkeit. Dabei wird der Verbraucher mit irrelevanten Daten über den Wasserverbrauch in der Kantine überschwemmt, während über die giftigen Abwässer im Fluss dahinter glanzvoll geschwiegen wird.
- Shifting the blame with style (aka User-Centered Design for Sustainability): die Kunst, ein Produkt zu entwerfen, das den Benutzer fühlen Tugendhaft, wenn sie es verwenden – ein kleinerer Knopf, ein etwas dunklerer Bildschirm – und so die Last der Nachhaltigkeit vollständig auf ihre Schultern verlagern.
- The messiah complex in Herstellung (aka Regenerative Design): Die ehrgeizigste Fiktion von allen. Die Vorstellung, dass ein kommerzielles Unternehmen den Planeten irgendwie „heilen“ kann. Ein Konzept, das so wunderbar absurd ist, dass es nur mit absolut ernster Miene und immenser Überzeugung umgesetzt werden kann.
- Sparen für einen dickeren Geldbeutel (auch bekannt als Techniken zur Abfallminimierung): eine Auswahl moderner Geschäftsmethoden, mit denen man die Produktionskette entlasten und unter dem praktischen und edlen Deckmantel der Abfallreduzierung die Gewinne steigern kann.
- Jam tomorrow: the promise of future miracles (aka Innovative Recycling Technologien): faszinierende, futuristische Konzepte, die immer „gleich um die Ecke“ sind und eine hervorragende Ausrede dafür bieten, auch in der Gegenwart weiterhin nicht recycelbare Materialien zu produzieren.
- Das jährliche Werk der Unternehmensfiktion (auch bekannt als Nachhaltigkeitsmetriken und -berichte): die jährliche Produktion eines Hochglanz-Romans in Buchlänge, gefüllt mit eindrucksvollen Diagrammen und heiteren Stockfotos, der dazu dient, die imaginäre Reise eines Menschen in Richtung der Heiligkeit im Unternehmen zu dokumentieren.
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Glossar der verwendeten Begriffe
Life Cycle Assessment (LCA): Eine systematische Analyse der Umweltauswirkungen in allen Phasen des Produktlebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Nutzung bis hin zur Entsorgung, mit dem Ziel, Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.










