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Pharmakovigilanz

1970
Büro für Pharmakovigilanz mit Fachleuten, die Daten und Berichte zur Arzneimittelsicherheit analysieren.

(Abbildung dient nur zur Veranschaulichung)

Pharmakovigilanz ist die pharmakologische Wissenschaft, die sich mit der Erkennung, Bewertung, dem Verständnis und der Prävention von unerwünschten Wirkungen, insbesondere von kurz- und langfristigen Nebenwirkungen von Arzneimitteln, befasst. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, der mit klinischen Studien beginnt und sich über die gesamte Arzneimittelanwendung erstreckt. Lebenszyklus eines Arzneimittels mit Schwerpunkt auf der Überwachung nach der Markteinführung, um seltene oder bisher unbekannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) zu identifizieren.

Die Notwendigkeit eines systematischen Ansatzes zur Überwachung der Arzneimittelsicherheit wurde nach der Thalidomid-Katastrophe Anfang der 1960er-Jahre auf tragische Weise deutlich, als ein scheinbar sicheres Beruhigungsmittel schwere Geburtsfehler verursachte. Dieses Ereignis gab den Anstoß zur Entwicklung moderner Pharmakovigilanzsysteme. Kernaufgabe der Pharmakovigilanz ist die Sammlung und Analyse von Spontanmeldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). Angehörige der Gesundheitsberufe und Patienten übermitteln diese Meldungen an nationale Zulassungsbehörden oder den Arzneimittelhersteller. Diese individuellen Fallberichte (ICSRs) werden in große Datenbanken eingepflegt. Mithilfe komplexer Data-Mining-Algorithmen wird anschließend eine Signaldetektion durchgeführt – der Prozess der Identifizierung potenzieller neuer Arzneimittelsicherheitsrisiken aus der riesigen Datenmenge. Ein „Signal“ ist eine gemeldete Information über einen möglichen ursächlichen Zusammenhang zwischen einem unerwünschten Ereignis und einem Arzneimittel, der zuvor unbekannt oder unvollständig dokumentiert war. Sobald ein Signal detektiert wird, wird es einer strengen Bewertung unterzogen, um festzustellen, ob ein ursächlicher Zusammenhang wahrscheinlich ist. Dies kann epidemiologische Studien wie Kohorten- oder Fall-Kontroll-Studien zur Quantifizierung des Risikos umfassen. Wird ein neues Risiko bestätigt, werden regulatorische Maßnahmen ergriffen. Diese reichen von der Aktualisierung der Produktkennzeichnung zur Aufnahme der neuen Nebenwirkung über Warnhinweise an Ärzte und die Einschränkung der Arzneimittelanwendung bis hin zur – in seltenen Fällen – Marktrücknahme. Die Pharmakovigilanz ist daher ein entscheidender, dynamischer Bestandteil der öffentlichen Gesundheit, der sicherstellt, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels kontinuierlich überwacht wird und während seiner gesamten Anwendungsdauer in der Bevölkerung günstig bleibt.

UNESCO Nomenclature: 3209
- Pharmakologie

Typ

Abstraktes System

Störung

Grundlegendes

Verwendung

Weitverbreitete Verwendung

Vorläufer

  • die Contergan-Katastrophe (1957–1961)
  • die Einrichtung nationaler Arzneimittelaufsichtsbehörden
  • Fortschritte in der Epidemiologie und Biostatistik
  • die Schaffung des WHO-Programms zur internationalen Drogenüberwachung im Jahr 1968

Anwendungen

  • Sicherheitsüberwachung aller zugelassenen Arzneimittel nach der Markteinführung
  • Management von Meldesystemen für unerwünschte Ereignisse (z. B. FDA's FAERS, EMA's Eudravigilance)
  • Risikomanagementpläne (RMPs) für neue Arzneimittel
  • Aktualisierung der Arzneimitteletiketten und Patienteninformationen mit neuen Sicherheitsdaten
  • Herausgabe von Mitteilungen und Warnungen zur Arzneimittelsicherheit an medizinisches Fachpersonal

Patente:

NA

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Bezogen auf: Pharmakovigilanz, Arzneimittelsicherheit, unerwünschte Arzneimittelwirkungen, ADR, Überwachung nach der Markteinführung, Signalerkennung, Risikomanagement, FDA, EMA, Thalidomid.

Historischer Kontext

Pharmakovigilanz

1960
1965
1970
1980
1980
1990
1960
1960
1969
1976-05-28
1980
1990

(wenn das Datum unbekannt oder nicht relevant ist, z. B. „Strömungsmechanik“, wird eine gerundete Schätzung seines bemerkenswerten Auftretens bereitgestellt)

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