Rationale Zahlen
Eine rationale Zahl ist jede Zahl, die als Bruch oder Quotient [latex]p/q[/latex] ausgedrückt werden kann, wobei [latex]p[/latex] eine ganze Zahl und [latex]q[/latex] eine ganze Zahl ungleich Null ist. Die Menge aller rationalen Zahlen wird mit [latex]\mathbb{Q}[/latex] bezeichnet. Dieses grundlegende Konzept erweitert die ganzen Zahlen um Brüche und ermöglicht so die Darstellung von Teilen eines Ganzen.
Das Konzept einer rationalen Zahl entsteht aus der Notwendigkeit, Größen zu messen, die keine ganzen Vielfachen einer Einheit sind. In der Mathematik formalisiert es die Idee eines Verhältnisses zwischen zwei ganzen Zahlen. Eine rationale Zahl ist formal definiert als eine Äquivalenzklasse geordneter Paare ganzer Zahlen [latex](p, q)[/latex] mit [latex]q \neq 0[/latex]. Die Äquivalenzrelation ist definiert als [latex](p_1, q_1) \sim (p_2, q_2)[/latex] genau dann, wenn [latex]p_1 q_2 = p_2 q_1[/latex]. Das bedeutet beispielsweise, dass die Brüche 1/2, 2/4 und -3/-6 alle dieselbe rationale Zahl darstellen.
Jede ganze Zahl ist eine rationale Zahl, da jede ganze Zahl [latex]n[/latex] als Bruch [latex]n/1[/latex] geschrieben werden kann. Die Menge der rationalen Zahlen, bezeichnet mit [latex]\mathbb{Q}[/latex] (für ‘Quotient’), ist daher eine Obermenge der ganzen Zahlen [latex]\mathbb{Z}[/latex]. Im Gegensatz zu ganzen Zahlen sind rationale Zahlen nicht eindeutig dargestellt; jede rationale Zahl hat unendlich viele Bruchformen. Die Form, in der [latex]p[/latex] und [latex]q[/latex] teilerfremd sind (keine gemeinsamen Teiler außer 1 haben) und [latex]q > 0[/latex] ist, wird als kanonische oder kleinste Terme-Darstellung bezeichnet.
Die Entwicklung dieses Konzepts vollzog sich nicht unmittelbar. Die alten Ägypter verwendeten zwar ein System von Stammbrüchen, doch die Griechen, insbesondere die Pythagoreer, gehörten zu den Ersten, die systematisch Verhältnisse von ganzen Zahlen untersuchten. Ihr Weltbild wurde durch die Entdeckung irrationaler Zahlen, wie etwa der Quadratwurzel aus 2, erschüttert, da diese sich nicht als solches Verhältnis ausdrücken ließen. Diese Entdeckung verdeutlichte die Unterscheidung zwischen rationalen und irrationalen Zahlen – einen Eckpfeiler der Zahlentheorie.
UNESCO Nomenclature: 1101
– Algebra, Zahlentheorie und Gruppentheorie
Verwendung
Weitverbreitete Verwendung
Vorläufer
- Konzept der ganzen Zahlen
- Betrieb der Abteilung
- Verwendung von Stammbrüchen im alten Ägypten
- babylonisches Sexagesimalsystem für Brüche
Anwendungen
- Messung und Skalierung in Ingenieurwesen und Wissenschaft
- Finanzberechnungen mit Bruchteilen von Einheiten
- Computerprogrammierung Datentypen für präzise Arithmetik
- Musiktheorie zur Darstellung von Intervallen und Harmonien
- Wahrscheinlichkeitstheorie zur Definition von Ereigniswahrscheinlichkeiten
Potenzielle Innovationsideen
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Verwandte Begriffe: rationale Zahl, Bruch, ganze Zahl, Quotient, Verhältnis, Zahlentheorie, Mathematik, p/q, Menge Q, Arithmetik.