Memory-Effekt (Batterien)
Der Memory-Effekt ist ein Phänomen, das vor allem bei NiCd Batterien, bei denen eine Batterie, die nach einer nur teilweisen Entladung wiederholt aufgeladen wird, diesen Teilkapazitätswert ‘speichert’. Bei nachfolgenden vollständigen Entladeversuchen fällt die Batteriespannung an diesem ‘erinnerten’ Punkt stark ab, wodurch die verbleibende Kapazität unbrauchbar wird. Ursache dafür sind Veränderungen in der kristallinen Struktur der Elektroden, insbesondere das Wachstum großer Cadmiumkristalle.
Der Begriff ‘Memory-Effekt’ stammt aus der Luft- und Raumfahrt in den 1960er Jahren, als Satelliten mit NiCd-Batterien sehr präzise und wiederholbare Lade-/Entladezyklen durchliefen, die durch ihre Umlaufbahnen vorgegeben waren. Diese konstanten, flachen Zyklen führten zu einem spürbaren und vorhersehbaren Spannungsabfall an dem Punkt, an dem die Entladung typischerweise endete, wodurch die restliche Kapazität der Batterie für Systeme, die eine bestimmte Spannungsschwelle benötigen, unzugänglich wurde.
Die zugrunde liegende physikalische Ursache bei NiCd-Zellen hängt mit der Rekristallisation der negativen Cadmiumelektrode zusammen. Bei wiederholten flachen Entladungen neigen kleine Cadmiumkristalle dazu, zu größeren zu wachsen, die elektrochemisch schwerer aufzulösen sind. Diese Veränderung der Morphologie verändert das Entladungsspannungsprofil. Während der Begriff oft fälschlicherweise verwendet wird, um einen einfachen Spannungsabfall in NiMH-Batterien oder einen Kapazitätsverlust in Li-Ionen-Batterien zu beschreiben (der auf andere Degradationsmechanismen zurückzuführen ist), ist der wahre Memory-Effekt spezifisch für diese kristalline Veränderung. Die Lösung bestand darin, regelmäßige Tiefentladungszyklen (Rekonditionierung) durchzuführen, um die großen Kristalle aufzubrechen und die volle Kapazität der Batterie wiederherzustellen. Die Unannehmlichkeiten dieser Wartung sowie die Toxizität von Cadmium gaben den Anstoß zur Erforschung alternativer chemischer Systeme wie NiMH und Li-Ion, die diesen spezifischen Effekt nicht aufweisen.
UNESCO Nomenclature: 2204
- Elektrochemie
Verwendung
Weitverbreitete Verwendung
Vorläufer
- Erfindung der Nickel-Cadmium-Batterie (NiCd)
- Einsatz von Batterien in Anwendungen mit sehr regelmäßigen Ladezyklen (z. B. Satelliten)
- Fortschritte in der Materialwissenschaft und Kristallographie zur Beobachtung von Elektrodenveränderungen
Anwendungen
- Entwicklung von ‘intelligenten’ Ladegeräten mit Wiederaufbereitungs-/Entladefunktionen
- Designüberlegungen für batteriebetriebene Satelliten in den 1960er Jahren
- Verlagerung der Verbraucherberatung hin zu einer regelmäßigen vollständigen Entladung von Geräten
- treibende Kraft für die Einführung von NiMH- und Li-Ionen-Chemikalien, die weniger betroffen sind
Potenzielle Innovationsideen
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Verwandt mit: Memory-Effekt, NiCd, Nickel-Cadmium, Spannungsdepression, Batteriekonditionierung, Rekristallisation, Zyklusspeicher, Batteriedegradation, NiMh, Elektrochemie.