Eine Neuformulierung der klassischen mechanics basiert auf dem Prinzip der stationären Wirkung. Es verwendet eine skalare Größe, die Lagrange genannt wird und als kinetische Energie minus potenzielle Energie definiert ist ([latex]L = T - V[/latex]). Die Bewegungsgleichungen werden aus der Euler-Lagrange-Gleichung abgeleitet, [latex]\frac{d}{dt} \left( \frac{\partial L}{\partial \dot{q}_i} \right) - \frac{\partial L}{\partial q_i} = 0[/latex] abgeleitet, wobei verallgemeinerte Koordinaten verwendet werden, was die Analyse komplexer Systeme mit Nebenbedingungen vereinfacht.
Die von Joseph-Louis Lagrange entwickelte Lagrange-Mechanik bietet eine leistungsstarke und elegante Alternative zur Newtonschen Formel. Statt Kräfte und Beschleunigungen als Vektorgrößen zu betrachten, konzentriert sie sich auf Energien als Skalare. Dieser Perspektivwechsel vereinfacht Probleme oft erheblich, insbesondere solche mit Nebenbedingungen.
Das zentrale Konzept ist das Prinzip der stationären Aktion. Es besagt, dass der von einem physikalischen System zwischen zwei Zeitpunkten eingeschlagene Weg derjenige ist, für den die ‘Wirkung’ stationär ist (ein Minimum, Maximum oder Sattelpunkt). Die Aktion ist definiert als das Zeitintegral der Lagrangeschen Funktion [latex]S = \int_{t_1}^{t_2} L(q, \dot{q}, t) \, dt[/latex]. Die Lagrange-Funktion, [latex]L[/latex], ist definiert als die kinetische Energie [latex]T[/latex] minus die potentielle Energie [latex]V[/latex] des Systems.
Wendet man die Variationsrechnung an, um den Pfad zu finden, der die Aktion stationär macht, erhält man die Euler-Lagrange-Gleichungen. Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes ist die Verwendung von verallgemeinerten Koordinaten ([latex]q_i[/latex]). Dabei handelt es sich um einen beliebigen Satz von Parametern, die die Konfiguration des Systems eindeutig definieren. Bei einem Doppelpendel zum Beispiel sind die beiden Winkel natürliche verallgemeinerte Koordinaten. Diese Freiheit, das am besten geeignete Koordinatensystem zu wählen, ist eine große Stärke. Außerdem erscheinen Zwangskräfte (wie die Spannung in einem Pendelstab) nicht in der Lagrangeschen Formulierung, da sie keine Arbeit verrichten, was bedeutet, dass sie ignoriert werden können, was die Bewegungsgleichungen für Zwangssysteme stark vereinfacht.
Dieser Formalismus ist nicht nur ein leistungsfähiges Werkzeug in der klassischen Mechanik, sondern dient auch als Grundlage für fortgeschrittenere Theorien, einschließlich der Quantenmechanik (durch Feynmans Pfadintegralformulierung) und der Quantenfeldtheorie.
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Verwandt mit: Lagrange, analytische Mechanik, Prinzip der kleinsten Wirkung, verallgemeinerte Koordinaten, Euler-Lagrange-Gleichung, Variationsrechnung, kinetische Energie, potentielle Energie.