Enzymkatalyse (Biokatalyse)
1897
- Eduard Buchner
- Emil Fischer
Enzyme sind Proteine, die als biologische Katalysatoren (Biokatalysatoren) wirken. Sie zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Spezifität und Effizienz aus und beschleunigen Reaktionen unter milden physiologischen Bedingungen (Temperatur, pH-Wert) oft um ein Millionenfaches. Die Reaktion findet in einem spezifischen Bereich des Enzyms, dem sogenannten aktiven Zentrum, statt, das das Substrat über einen Schlüssel-Schloss- oder Induced-Fit-Mechanismus bindet.
Die Enzymkatalyse ist der Gipfel der katalytischen Effizienz und Selektivität. Diese komplexen Proteinstrukturen schaffen in ihrem aktiven Zentrum eine einzigartige Mikroumgebung, die perfekt darauf zugeschnitten ist, den Übergangszustand einer bestimmten Reaktion zu stabilisieren. Dies wird durch eine Kombination von Faktoren erreicht: präzise Ausrichtung der Substrate, Bereitstellung saurer oder basischer funktioneller Gruppen, Belastung der Substratbindungen und Bereitstellung eines alternativen kovalenten Weges. Die Kinetik vieler enzymkatalysierter Reaktionen kann durch die Michaelis-Menten-Gleichung beschrieben werden: [latex]v = \frac{V_{max}[S]}{K_M + [S]}[/latex], wobei [latex]v[/latex] die Reaktionsgeschwindigkeit, [latex]V_{max}[/latex] die maximale Geschwindigkeit, [latex][S][/latex] die Substratkonzentration und [latex]K_M[/latex] (die Michaelis-Konstante) die Substratkonzentration ist, bei der die Reaktionsgeschwindigkeit die Hälfte von [latex]V_{max}[/latex] beträgt.
Emil Fischers ursprüngliches ‘Lock-and-Key’-Modell sah eine starre aktive Stelle vor, die perfekt zum Substrat passt. Dieses Modell wurde später durch Daniel Koshlands ‘Induced-fit’-Modell verfeinert, das besagt, dass die aktive Stelle flexibel ist und ihre Konformation bei der Substratbindung ändert, um eine optimale katalytische Ausrichtung zu erreichen. Diese Spezifität ist häufig stereospezifisch, d. h. Enzyme können zwischen Stereoisomeren unterscheiden, was für die Herstellung enantiomerenreiner Arzneimittel von entscheidender Bedeutung ist. Während sie früher in der Lebensmittelproduktion eingesetzt wurden, hat die moderne Biotechnologie ihre Verwendung auf die industrielle Synthese, Diagnostik und Therapeutik ausgeweitet, und zwar durch Techniken wie die gerichtete Evolution, die es Wissenschaftlern ermöglicht, Enzyme mit neuartigen Eigenschaften zu entwickeln.
UNESCO Nomenclature: 2302
- Biochemie
Verwendung
Weitverbreitete Verwendung
Vorläufer
- Louis Pasteurs Arbeiten, die die Gärung mit lebenden Organismen in Verbindung bringen
- Entdeckung und Isolierung der Diastase (Amylase) durch Anselme Payen
- Emil Fischers Schlüssel-Schloss-Theorie der Enzymspezifität
- Die Entdeckung der zellfreien Gärung durch Eduard Buchner
Anwendungen
- Herstellung von Maissirup mit hohem Fructosegehalt
- Einsatz von Proteasen in Waschmitteln
- Synthese chiraler Pharmazeutika
- Käse- und Joghurtproduktion
- Bioremediation zum Abbau von Schadstoffen
Potenzielle Innovationsideen
Aufgrund des hohen Datenverkehrs durch Web-Scraping-Bots, der derzeit mehr als 40.000 Anfragen pro Tag umfasst, ist dieser Inhalt ausschließlich Community-Mitgliedern vorbehalten.
> Anmelden < oder > Registrieren < (100% kostenlos) Zugriff darauf sowie auf alle anderen eingeschränkten Inhalte und Tools.
Verwandt mit: Enzym, Biokatalyse, aktives Zentrum, Michaelis-Menten-Kinetik, Spezifität, induzierte Anpassung, Schloss und Schlüssel, Substrat, Protein, gerichtete Evolution.