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Retikuläre Chemie und isoretikuläre Expansion

2002
  • Omar M. Yaghi
  • Michael O’Keeffe
Synthese von metallorganischen Gerüsten in einer modernen Laborumgebung mit Schwerpunkt auf der netzartigen Chemie.

(Abbildung dient nur zur Veranschaulichung)

Das Designprinzip von MOFs basiert auf der retikulären Chemie. Dabei werden vorbestimmte molekulare Bausteine ​​(Metallknoten und organische Linker) zu ausgedehnten, geordneten Strukturen mit vorhersagbarer Topologie zusammengesetzt. Ein wichtiges Beispiel für dieses Prinzip ist die Synthese isoretikulärer MOFs, bei denen die zugrundeliegende Netzwerktopologie erhalten bleibt, während die Porengröße durch die Verwendung zunehmend längerer organischer Linker systematisch erweitert wird.

Die retikuläre Chemie hebt die Materialsynthese von einem Versuch-und-Irrtum-Prozess zu einer deterministischeren, designbasierten Wissenschaft. Sie behandelt die Metallcluster (Sekundärbaueinheiten, SBUs) und organischen Linker als vordefinierte geometrische Formen (z. B. eine oktaedrische SBU und ein linearer Linker). Durch das Verständnis der Koordinationspräferenzen des Metalls und der Geometrie des Linkers können Chemiker die resultierende Netzwerktopologie vor der Synthese vorhersagen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Isoreticular-MOF-Reihe (IRMOF), die auf der archetypischen MOF-5-Struktur basiert. MOF-5 hat eine primitiv kubische (pcu) Topologie, die aus oktaedrischen Zn4O-SBUs und linearen 1,4-Benzoldicarboxylat-(BDC)-Linkern besteht.

Das Konzept der isoretikulären Expansion wurde demonstriert, indem der BDC-Linker durch längere, aber geometrisch ähnliche Dicarboxylat-Linker wie 2,6-Naphthalindicarboxylat (NDC) oder 4,4′-Biphenyldicarboxylat (BPDC) ersetzt wurde. Die daraus resultierenden Materialien, IRMOF-8 bzw. IRMOF-10, wiesen dieselbe pcu-Netzwerktopologie wie MOF-5 auf, hatten aber deutlich größere Poren. Diese systematische Variation ermöglichte eine direkte Korrelation zwischen der Linkerlänge, der Porengröße und Eigenschaften wie der Gasaufnahmekapazität und bewies, dass die Eigenschaften von MOFs auf eine sehr kontrollierte Weise fein abgestimmt werden können. Dieses Prinzip wurde auf zahlreiche andere Netzwerktopologien und Bausteinkombinationen ausgedehnt und verfestigte MOFs als ein Paradebeispiel für programmierbare Materie auf molekularer Ebene.

UNESCO Nomenclature: 2203
- Anorganische Chemie

Typ

Prinzip der Gestaltung

Störung

Grundlegendes

Verwendung

Weitverbreitete Verwendung

Vorläufer

  • Konzepte der supramolekularen Chemie von Jean-Marie Lehn
  • Kristalltechnik-Prinzipien, entwickelt von Gerhard Schmidt
  • Entwicklung der Einkristall-Röntgenbeugung zur Strukturbestimmung
  • Synthese früher Koordinationspolymere
  • topologische Analyse von Kristallstrukturen

Anwendungen

  • systematische Abstimmung der Porengröße für selektives Molekularsieben
  • rationales Design von Katalysatoren mit kontrolliertem aktiven Zentrumsabstand
  • Grundlegende Untersuchungen zur Gasadsorption in geschlossenen Räumen
  • Schaffung hierarchischer poröser Strukturen
  • Design von Gerüsten zur Einkapselung großer Moleküle wie Proteine

Patente:

NA

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Verwandt mit: netzartige Chemie, isoretikulär, MOF, irMOF, Kristalltechnik, Topologie, sekundäre Baueinheit, SBU, rationales Design, Abstimmung der Porengröße.

Historischer Kontext

Retikuläre Chemie und isoretikuläre Expansion

1990
1994
1997
2002
2015-09-14
1986
1991
1995
2000
2004

(wenn das Datum unbekannt oder nicht relevant ist, z. B. „Strömungsmechanik“, wird eine gerundete Schätzung seines bemerkenswerten Auftretens bereitgestellt)

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