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Brouwerscher Fixpunktsatz

1911
  • L. E. J. Brouwer
Mathematiker bei der Demonstration des Brouwerschen Fixpunktsatzes mit einer zerknitterten Karte in einem Büro.

(Abbildung dient nur zur Veranschaulichung)

Dieses Theorem besagt, dass es für jede stetige Funktion [latex]f[/latex], die eine kompakte konvexe Menge auf sich selbst abbildet, einen Punkt [latex]x_0[/latex] gibt, für den gilt: [latex]f(x_0) = x_0[/latex]. Diesen Punkt nennt man einen Fixpunkt. Nimmt man eine Landkarte eines Landes, zerknüllt sie und platziert sie innerhalb der Landesgrenzen, so gibt es immer mindestens einen Punkt auf der Karte, der direkt über dem entsprechenden realen Punkt liegt.

Der Brouwersche Fixpunktsatz ist ein Eckpfeiler der Fixpunkttheorie und hat weitreichende Implikationen in vielen Bereichen der Mathematik. Der Satz gilt für jede stetige Funktion f: D^n → D^n, wobei D^n die abgeschlossene n-dimensionale Einheitskugel ist. Der Beweis ist nicht konstruktiv; er garantiert die Existenz eines Fixpunktes, liefert aber keine Methode, diesen zu finden. Der Beweis für n = 1 ist eine einfache Folgerung aus dem Zwischenwertsatz. Für höhere Dimensionen ist der Beweis komplexer und stützt sich typischerweise auf Methoden der algebraischen Topologie, wie Homologie oder den Grad einer Abbildung. Eine gängige Beweisstrategie verwendet einen Widerspruchsbeweis. Dabei wird angenommen, dass eine stetige Funktion f: D^n → D^n keinen Fixpunkt besitzt. Man kann dann eine stetige Funktion (eine Retraktion) r: D^n → S^{n-1} von der Kreisscheibe auf ihre Randsphäre konstruieren, was sich als unmöglich erweisen lässt. Die Stärke des Satzes liegt in seiner Allgemeingültigkeit; er erfordert lediglich die Stetigkeit der Funktion sowie die Kompaktheit und Konvexität des Definitionsbereichs und ist somit auf eine Vielzahl von Problemen anwendbar, bei denen die Existenz einer Lösung oder eines Gleichgewichtszustands bewiesen werden muss.

UNESCO Nomenclature: 1209
- Topologie

Typ

Abstraktes System

Störung

Wesentliche

Verwendung

Weitverbreitete Verwendung

Vorläufer

  • Zwischenwertsatz von Bolzano und Cauchy
  • Arbeiten von Poincaré und Bohl über Existenztheoreme
  • Entwicklung der algebraischen Topologie durch Henri Poincaré
  • Jacques Hadamard's Arbeit zu verwandten Problemen

Anwendungen

  • Spieltheorie (Nachweis der Existenz von Nash-Gleichgewichten)
  • Wirtschaftswissenschaften (allgemeine Gleichgewichtstheorie)
  • Computergrafik (Berechnung von Objekttransformationen)
  • numerische Analyse (Finden der Wurzeln von Gleichungen)
  • Kontrolltheorie

Patente:

NA

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Verwandt mit: Fixpunkttheorem, Brouwer, kontinuierliche Funktion, kompakte Menge, konvexe Menge, Nash-Gleichgewicht, Spieltheorie, algebraische Topologie.

Historischer Kontext

Brouwerscher Fixpunktsatz

1895
1899
1900
1911
1922
1925
1928
1884
1896
1900
1903
1914
1924
1925
1930

(wenn das Datum unbekannt oder nicht relevant ist, z. B. „Strömungsmechanik“, wird eine gerundete Schätzung seines bemerkenswerten Auftretens bereitgestellt)

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