Schumpeters Theorie der schöpferischen Zerstörung
Joseph Schumpeters Konzept der schöpferischen Zerstörung beschreibt den “Prozess der industriellen Mutation, der die Wirtschaftsstruktur unaufhörlich von innen heraus revolutioniert, indem er unaufhörlich die alte Struktur zerstört und unaufhörlich eine neue schafft”. Dieser dynamische Prozess wird durch Innovation vorangetrieben und gilt als wesentliche Tatsache des Kapitalismus, in dem neue Produkte, Verfahren und Organisationsformen die bestehenden verdrängen und so das langfristige Wachstum fördern.
In seinem Buch “Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie” stellte Joseph Schumpeter die schöpferische Zerstörung als den Motor des kapitalistischen Fortschritts dar. Dieses Konzept stand in krassem Gegensatz zu den statischen Gleichgewichtsmodellen der neoklassischen Wirtschaftswissenschaften, die den Preiswettbewerb innerhalb bestehender Strukturen betonten. Schumpeter argumentierte, dass die wichtigste Form des Wettbewerbs nicht von Unternehmen ausgeht, die dieselben Güter billiger produzieren, sondern von neuen Innovationen, die bestehende Güter, Prozesse oder ganze Geschäftsmodelle obsolet machen.
Die zentrale Figur in diesem Prozess ist der Unternehmer, der diese Innovationen (oder “neuen Kombinationen”) einführt. Dabei kann es sich um ein neues Produkt, eine neue Produktionsmethode, einen neuen Markt, eine neue Bezugsquelle oder eine neue Organisationsstruktur handeln. Durch die erfolgreiche Einführung einer Innovation erzielt der Unternehmer vorübergehende Monopolgewinne, die den Hauptanreiz für die Übernahme von Risiken darstellen. Diese Gewinne ziehen jedoch bald Nachahmer und schließlich andere Unternehmer mit noch neueren Innovationen an, was zu einem zyklischen Prozess von Aufschwung und Niedergang führt, der als Konjunkturzyklus bekannt ist. Dieser immerwährende Zyklus, in dem Altes zerstört wird, um Neues zu schaffen, ist zwar störend und verursacht kurzfristig Schmerzen wie Konkurse und Arbeitslosigkeit, treibt aber letztlich die Produktivität und den Lebensstandard langfristig nach oben.
UNESCO Nomenclature: 5312
- Makroökonomie
Verwendung
Weitverbreitete Verwendung
Vorläufer
- Die Theorien von Karl Marx über die Widersprüche des Kapitalismus und die ständige Revolutionierung der Produktion
- Werner Sombarts Arbeit über die Dynamik des Kapitalismus
- Nikolai Kondratievs Theorie der langwelligen Wirtschaftszyklen
Anwendungen
- Theorie der disruptiven Innovation
- endogene Wachstumstheorie
- moderne Entrepreneurship-Studien
- Analyse von Konjunkturzyklen
- Strategisches Management und Unternehmensstrategie
Potenzielle Innovationsideen
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Verwandt mit: schöpferische Zerstörung, Joseph Schumpeter, Innovation, Kapitalismus, wirtschaftliche Dynamik, Unternehmertum, Konjunkturzyklen, disruptive Innovation, wirtschaftliche Evolution, industrielle Mutation.