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Fredholm-Index

1903
  • Erik Ivar Fredholm
Mathematician's desk with functional analysis materials and equations on Fredholm index.

(Abbildung dient nur zur Veranschaulichung)

Der Fredholm-Index verallgemeinert den Rang-Nullitätssatz zu unendlichdimensionalen Räumen wie Banachräumen. Für einen Fredholm-Operator [latex]T: X to Y[/latex] ist sein Index definiert als [latex]text{ind}(T) = dim(ker(T)) – dim(text{coker}(T))[/latex], wobei die Dimension des Kokerns angibt, wie weit das Bild vom gesamten Raum entfernt ist. Dieser Index ist unter kleinen Störungen des Operators ein stabiler ganzzahliger Wert.

Der Rang-Nullitätssatz, [latex]dim(V) – text{rank}(T) = text{nullity}(T)[/latex], gilt für lineare Abbildungen zwischen endlichdimensionalen Vektorräumen. In diesem Kontext ist [latex]dim(V) – text{rank}(T)[/latex] die Dimension des Kokerns, [latex]text{coker}(T) = W/text{im}(T)[/latex]. Somit lässt sich der Satz auch als [latex]dim(ker(T)) – dim(text{coker}(T)) = 0[/latex] schreiben. Der Fredholm-Index erweitert diese Idee auf Fredholm-Operatoren, beschränkte lineare Operatoren zwischen Banachräumen, deren Kern und Kokern beide endlichdimensional sind.

Für einen solchen Operator [latex]T: X to Y[/latex] ist der Fredholm-Index [latex]text{ind}(T) = dim(ker(T)) – dim(text{coker}(T))[/latex]. Anders als im endlichdimensionalen Fall, wo diese Differenz stets null ist, kann der Index in unendlichdimensionalen Räumen jede beliebige ganze Zahl sein. Eine Schlüsseleigenschaft des Index ist seine Stabilität: Er ändert sich nicht unter kompakten Störungen des Operators. Das bedeutet: Ist [latex]K[/latex] ein kompakter Operator, so gilt [latex]text{ind}(T+K) = text{ind}(T)[/latex].

Das Konzept des Kokerns ist für diese Verallgemeinerung entscheidend. Für eine Abbildung T: X → Y ist das Bild im(T) ein Unterraum des Zielbereichs Y. Der Kokern coker(T) ist der Quotientenraum Y / im(T). Seine Dimension misst die Anzahl der unabhängigen Richtungen in Y, die nicht von T erreicht werden. In endlichen Dimensionen folgt aus dem Rang-Nullitätssatz: dim(ker(T)) = dim(coker(T)). In unendlichen Dimensionen gilt diese Gleichheit nicht mehr, aber die Differenz zwischen diesen beiden endlichen Dimensionen bleibt eine stabile ganze Zahl, der Fredholm-Index.

Diese Stabilität macht den Index zu einer mächtigen topologischen Invariante. Er spielt eine zentrale Rolle im Atiyah-Singer-Indexsatz, einem der bedeutendsten Ergebnisse der Mathematik des 20. Jahrhunderts. Dieser Satz verknüpft den analytischen Index eines Differentialoperators auf einer kompakten Mannigfaltigkeit mit topologischen Invarianten dieser Mannigfaltigkeit. Dadurch wird die Lücke zwischen Analysis und Topologie geschlossen, was weitreichende Konsequenzen für die theoretische Physik und Geometrie hat.

UNESCO Nomenclature: 1202
Analyse

Typ

Abstraktes System

Störung

Substanzielles

Verwendung

Nische/Spezialisiert

Vorläufer

  • Rang-Nullitätssatz für endlichdimensionale Räume.
  • Theorie der Integralgleichungen, entwickelt von Vito Volterra und Erik Ivar Fredholm.
  • Entwicklung der Funktionalanalysis und des Konzepts der Banachräume durch Stefan Banach.
  • Theorie kompakter Operatoren.
  • Fritz Noethers Arbeit über singuläre Integralgleichungen, in der er den Begriff des Index einführte.

Anwendungen

  • Atiyah-Singer-Indexsatz in der Differentialgeometrie und Topologie.
  • Quantenfeldtheorie.
  • Spektraltheorie der Operatoren.
  • Untersuchung der Lösbarkeit partieller Differentialgleichungen.
  • k-Theorie in der algebraischen Topologie.

Patente:

NA

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Verwandt mit: Fredholm-Index, Funktionalanalysis, Banachraum, Fredholm-Operator, Kern, Kokern, Atiyah-Singer-Indexsatz, Operatortheorie, topologische Invariante, unendlichdimensional.

Historischer Kontext

Fredholm-Index

1884
1896
1900
1903
1914
1924
1925
1854
1895
1899
1900
1911
1922
1925
1928

(wenn das Datum unbekannt oder nicht relevant ist, z. B. „Strömungsmechanik“, wird eine gerundete Schätzung seines bemerkenswerten Auftretens bereitgestellt)

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