Biogene flüchtige organische Verbindungen (BVOCs)
Biogene flüchtige organische Verbindungen (BVOC) sind flüchtige organische Verbindungen, die von lebenden Organismen, vor allem Pflanzen, produziert und emittiert werden. Isopren ([latex]C_5H_8[/latex]) und Terpene sind die am häufigsten vorkommenden BVOCs. Obwohl sie natürlich vorkommen, sind ihre Emissionen enorm und übersteigen weltweit die der anthropogenen VOC. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Pflanzenabwehr und der Signalübertragung und sind wichtige Vorläufer für atmosphärisches Ozon und sekundäre organische Aerosole, die die Luftqualität und das Klima beeinflussen.
Biogene flüchtige organische Verbindungen stellen einen massiven Fluss von Kohlenstoff aus der Biosphäre in die Atmosphäre dar, der auf etwa 1 Milliarde Tonnen pro Jahr geschätzt wird. Isopren ist die am meisten emittierte organische Nicht-Methan-Verbindung, vor allem von Laubbäumen. Monoterpene ([latex]C_{10}H_{16}[/latex]), wie Alpha-Pinen und Limonen, sind charakteristische Emissionen von Nadelbäumen. Pflanzen produzieren diese Verbindungen aus verschiedenen ökologischen Gründen, u. a. um Pflanzenfresser abzuschrecken, Bestäuber anzulocken, sich vor thermischem Stress zu schützen und mit anderen Pflanzen zu kommunizieren.
Einmal in der Atmosphäre, sind BVOCs sehr reaktiv. Ihre Oxidation, hauptsächlich durch das Hydroxylradikal ([latex]\bullet OH[/latex]), Ozon ([latex]O_3[/latex]) und das Nitratradikal ([latex]NO_3\bullet[/latex]), ist ein zentraler Prozess in der Atmosphärenchemie. Diese Oxidation trägt wesentlich zur Bildung von Sekundärschadstoffen bei. In verschmutzten Umgebungen mit hohem NOx-Gehalt kann die BVOC-Oxidation die Bildung von Ozonsmog verschlimmern. In saubereren Umgebungen führt sie zur Bildung von sekundären organischen Aerosolen (SOA), winzigen Partikeln in der Luft, die die Wolkenbildung, die Strahlungsbilanz der Erde und die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können. Das Zusammenspiel zwischen natürlichen BVOC-Emissionen und anthropogenen Schadstoffen ist ein wichtiger Forschungsbereich für das Verständnis der regionalen Luftqualität und des globalen Klimas.
UNESCO Nomenclature: 2501
- Atmosphärische Wissenschaften
Verwendung
Weitverbreitete Verwendung
Vorläufer
- Entdeckung und Charakterisierung von Isopren und Terpenen
- Entwicklung der Gaschromatographie zur Analyse komplexer organischer Gemische
- Verständnis der Pflanzenphysiologie und des Stoffwechsels
- erste Beobachtungen von ‘blauem Dunst’ über bewaldeten Gebieten
Anwendungen
- Modelle der Atmosphärenchemie
- Klimaforschung
- Entwicklung natürlicher Pestizide und Duftstoffe
- Luftqualitätsvorhersage
- Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Pflanzenfressern
Potenzielle Innovationsideen
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Verwandt mit: BVOC, biogen, Isopren, Terpene, Atmosphärenchemie, Pflanzenemissionen, sekundäres organisches Aerosol, Luftqualität, Wechselwirkung Biosphäre-Atmosphäre, Klima.