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Affine Varietät

1900
Mathematiker, der in einem Büro Polynome im Zusammenhang mit affinen Varietäten analysiert.

(Abbildung dient nur zur Veranschaulichung)

Eine affine Varietät ist die Menge der Punkte in einem affinen Raum, deren Koordinaten die gemeinsamen Nullstellen einer endlichen Menge von Polynomen sind. Für eine Menge von Polynomen [latex]S = \{f_1, \dots, f_k\}[/latex] in einem Polynomring [latex]k[x_1, \dots, x_n][/latex] ist die entsprechende affine Varietät [latex]V(S) = \{x \in k^n | f(x) = 0 \text{ for all } f \in S\}[/latex]. Sie ist ein zentraler Untersuchungsgegenstand der klassischen algebraischen Geometrie.

Eine affine Varietät ist das grundlegendste Objekt der klassischen algebraischen Geometrie und verallgemeinert direkt den geometrischen Begriff der Lösungsmenge eines Gleichungssystems. Die Polynome sind über einem Körper k definiert, der häufig als algebraisch abgeschlossen angenommen wird, wie beispielsweise der Körper der komplexen Zahlen ℂ, um eine große Menge an Punkten zu gewährleisten. Die Menge aller affinen Varietäten in einem gegebenen affinen Raum kⁿ bildet die abgeschlossenen Mengen einer Topologie, der sogenannten Zariski-Topologie. Diese Topologie unterscheidet sich deutlich von bekannteren Topologien wie der euklidischen Topologie; sie ist beispielsweise nicht die Hausdorff-Topologie.

Die entscheidende Erkenntnis liegt im Zusammenhang zwischen diesen geometrischen Objekten (Varietäten) und algebraischen Objekten (Idealen in einem Polynomring). Genauer gesagt entspricht jede Varietät [latex]V(S)[/latex] einem Ideal [latex]I(V(S))[/latex], welches aus allen Polynomen besteht, die in jedem Punkt der Varietät verschwinden. Diese Korrespondenz wird durch Hilberts Nullstellensatz präzise beschrieben, der eine Bijektion zwischen affinen Varietäten und Radikalidealen im Polynomring [latex]k[x_1, dots, x_n][/latex] herstellt. Dieses Wörterbuch zwischen Algebra und Geometrie ermöglicht es, geometrische Probleme in die Sprache der kommutativen Algebra zu übersetzen, wo leistungsstarke Werkzeuge Anwendung finden können, und umgekehrt. Beispielsweise lässt sich die Dimension einer Varietät algebraisch mithilfe der Krull-Dimension ihres Koordinatenrings definieren.

UNESCO Nomenclature: 1101
– Algebra

Typ

Abstraktes System

Störung

Grundlegendes

Verwendung

Weitverbreitete Verwendung

Vorläufer

  • Analytische Geometrie (Descartes, Fermat)
  • theory of polynomial rings (hilbert, noether)
  • Idealtheorie (Dedekind, Krull)
  • Eliminationstheorie (Sylvester, Cayley)

Anwendungen

  • cryptography (elliptic curve cryptography)
  • Robotik (Lösung inverser Kinematikgleichungen)
  • Codierungstheorie (algebraische Geometriecodes)
  • computergestütztes geometrisches Design (CAGD)
  • Statistik (algebraische Statistik)

Patente:

NA

Potenzielle Innovationsideen

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Verwandt mit: affiner Varietät, Polynomgleichungen, Nullstellenmenge, algebraischer Menge, kommutativer Algebra, Zariski-Topologie, Ideal, klassische algebraische Geometrie.

Historischer Kontext

1844
1874
1893
1900
1801
1850
1875
1897
1950

(wenn das Datum unbekannt oder nicht relevant ist, z. B. „Strömungsmechanik“, wird eine gerundete Schätzung seines bemerkenswerten Auftretens bereitgestellt)

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