Wiederholbarkeit vs. Reproduzierbarkeit
Die Wiederholbarkeit bewertet die Präzision unter identischen Bedingungen, während die Reproduzierbarkeit die Präzision bei Änderungen einer oder mehrerer Bedingungen, wie z. B. Bediener, Instrument oder Standort, bewertet. Die Reproduzierbarkeitsvarianz ist immer größer oder gleich der Wiederholbarkeitsvarianz. Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Verständnis der Messvariabilität, insbesondere bei Laborvergleichen, bei denen die Bedingungen grundsätzlich unterschiedlich sind.
Die Unterscheidung zwischen Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit ist für die Messsystemanalyse (MSA) von grundlegender Bedeutung und wird in Normen wie ISO 5725 formal definiert. Die Wiederholbarkeit stellt die bestmögliche Präzision eines Messsystems dar und erfasst nur den zufälligen Fehler, der dem Prozess unter kontrollierten Bedingungen innewohnt. Die Reproduzierbarkeit hingegen führt systematische und zufällige Fehler ein, die durch Änderungen in der Messumgebung entstehen. Zu diesen Änderungen können unterschiedliche Bediener, unterschiedliche Aufbauten desselben Instrumententyps, unterschiedliche Labore und Messungen über längere Zeiträume gehören.
Der Zusammenhang zwischen ihnen wird häufig durch Varianzkomponenten ausgedrückt. Die unter Reproduzierbarkeitsbedingungen beobachtete Gesamtvarianz (s_R²) lässt sich als Summe der Wiederholbarkeitsvarianz (s_r²) und der Varianz zwischen den veränderlichen Bedingungen, wie z. B. der Varianz zwischen Laboren (s_L²), modellieren: s_R² = s_r² + s_L². Dieses Modell verdeutlicht, dass die Reproduzierbarkeit stets schlechter oder gleich der Wiederholbarkeit ist (d. h. s_R ≥ s_r). Eine Methode mit guter Wiederholbarkeit, aber schlechter Reproduzierbarkeit ist nicht robust und ihre Ergebnisse hängen stark vom jeweiligen Kontext ab, wodurch sie sich nicht für die Standardisierung eignet. Gage R&R-Studien dienen speziell dazu, diese beiden Komponenten der Variation zu quantifizieren, um festzustellen, ob ein Messsystem für seinen vorgesehenen Zweck, wie beispielsweise die Steuerung eines Fertigungsprozesses, geeignet ist.
UNESCO Nomenclature: 2209
• Messung und Instrumentierung
Verwendung
Weitverbreitete Verwendung
Vorläufer
- Das Konzept des experimentellen Designs und der Varianzpartitionierung von Ronald Fisher
- Der zunehmende Bedarf an standardisierten Testmethoden zur Unterstützung des globalen Handels und der Regulierung
- Die Entwicklung der statistischen Qualitätskontrolle durch Shewhart und Deming
- Die Einrichtung von Eignungsprüfungsprogrammen durch Regulierungs- und Akkreditierungsstellen
Anwendungen
- Ringversuche
- Standardisierung von Testmethoden über verschiedene Branchen hinweg
- Bewertung der Robustheit eines Messverfahrens
- Gemeinsame Studien zur Festlegung von Standardreferenzmaterialien
- Gage R&R-Studien in der Fertigung
Potenzielle Innovationsideen
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Bezogen auf: Wiederholbarkeit, Reproduzierbarkeit, Präzision, Gage R&R, Ringversuche, Messsystemanalyse, Varianzkomponenten, Metrologie.