Das Prinzip des dynamischen Gleichgewichts von Le Chatelier
1884
- Henri Louis Le Chatelier
- Karl Ferdinand Braun
Das Prinzip von Le Chatelier besagt, dass sich bei einer Störung des dynamischen Gleichgewichts durch veränderte Bedingungen die Gleichgewichtslage so verschiebt, dass sie der Änderung entgegenwirkt. Dieses Prinzip, auch als Gleichgewichtsgesetz bekannt, sagt die qualitative Auswirkung einer Änderung der Konzentration, der Temperatur oder … voraus. Druck auf ein chemisches System im Gleichgewicht. Es dient dem Verständnis, wie reversible Reaktionen auf äußere Einflüsse reagieren.
Das Prinzip von Le Chatelier gilt für Systeme im dynamischen Gleichgewicht, in dem die Geschwindigkeit der Hinreaktion der Geschwindigkeit der Rückreaktion entspricht, sodass sich die Konzentrationen der Reaktanten und Produkte nicht verändern. Eine „Störung“ oder „Perturbation“ ist jede Änderung der Bedingungen, die diese Geschwindigkeiten beeinflusst, wie beispielsweise eine Änderung der Temperatur, des Drucks oder der Konzentration einer Spezies. Das Prinzip besagt, dass das System darauf reagiert, indem es das Gleichgewicht verschiebt – das heißt, entweder die Hin- oder die Rückreaktion verläuft vorübergehend schneller als die andere –, um die einwirkende Änderung teilweise auszugleichen.
Wird beispielsweise ein Reaktant hinzugefügt, verbraucht das System mehr Reaktanten zur Produktbildung und wirkt so dem Anstieg entgegen. Diese Verschiebung setzt sich fort, bis sich ein neues Gleichgewicht einstellt, in dem die Reaktionsgeschwindigkeiten wieder gleich sind, obwohl sich die absoluten Konzentrationen aller Spezies vom Ausgangszustand unterscheiden. Es handelt sich um ein leistungsstarkes qualitatives Werkzeug zur Vorhersage der Reaktionsrichtung, das jedoch keine quantitativen Informationen über das Ausmaß der Änderung oder die endgültigen Gleichgewichtskonzentrationen liefert. Für eine quantitative Analyse sind Berechnungen mit dem Reaktionsquotienten (Q) und der Gleichgewichtskonstante (K) erforderlich.
UNESCO Nomenclature: 2209
- Physikalische Chemie
Verwendung
Weitverbreitete Verwendung
Vorläufer
- Massenwirkungsgesetz von Cato Guldberg und Peter Waage
- Konzept des chemischen Gleichgewichts
- Entwicklung der Thermodynamik, insbesondere die Arbeiten von Clausius und Gibbs über Entropie und freie Energie
- Verständnis reversibler Reaktionen
Anwendungen
- Haber-Bosch-Verfahren zur Ammoniaksynthese
- Kontaktverfahren zur Schwefelsäureproduktion
- industrielle Synthese von Methanol
- Optimierung der Chemikalienausbeute in der Produktion
- Verständnis physiologischer Puffersysteme wie dem Bikarbonatsystem im Blut
Potenzielle Innovationsideen
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Verwandt mit: Prinzip von Le Chatelier, chemisches Gleichgewicht, dynamisches Gleichgewicht, reversible Reaktion, Spannung, Konzentration, Temperatur, Druck, Gleichgewichtsverschiebung, physikalische Chemie.