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Geomagnetische säkulare Variation

1650
  • Henry Gellibrand
Geophysiker des 17. Jahrhunderts, der Daten zur säkularen Variation des Erdmagnetfelds untersucht.

(Abbildung dient nur zur Veranschaulichung)

Die geomagnetische säkulare Variation bezieht sich auf die langsamen Veränderungen des Erdmagnetfeldes auf Zeitskalen von Jahren bis Jahrtausenden. Diese Veränderungen umfassen Verschiebungen der Feldstärke und der Richtung der Dipol Achse sowie die westwärts gerichtete Drift der Nicht-Dipol-Merkmale. Diese Schwankungen werden durch den wechselnden Fluss von geschmolzenem Eisen im äußeren Kern verursacht, der Quelle des geodynamo.

Die säkulare Variation des Magnetfelds wird durch kontinuierliche Messungen an Observatorien und Satelliten beobachtet. Zu den auffälligsten Merkmalen zählen die Abschwächung der Hauptdipolkomponente und die Westdrift. Das Dipolmoment nimmt mit einer Rate von etwa 5 % pro Jahrhundert ab, was, wenn es sich fortsetzt, in einigen tausend Jahren zu einer geomagnetischen Umpolung führen könnte. Die Westdrift beschreibt die Tendenz nicht-dipolarer Feldmerkmale, wie beispielsweise Bereiche hoher oder niedriger Intensität, sich mit etwa 0,2 Grad pro Jahr nach Westen zu verlagern. Man geht davon aus, dass dies einen Unterschied in der Rotationsgeschwindigkeit zwischen dem äußeren Erdkern und dem darüber liegenden Erdmantel widerspiegelt.

Auf kürzeren Zeitskalen haben Wissenschaftler ‘geomagnetische Rucke’ beobachtet, bei denen es sich um abrupte Veränderungen in der Rate der säkularen Schwankungen handelt, die innerhalb von nur ein oder zwei Jahren auftreten. Diese sind unvorhersehbar und werden vermutlich durch rasche Veränderungen im Flüssigkeitsstrom innerhalb des Kerns verursacht. Wegen der säkularen Schwankungen müssen die magnetischen Karten und Modelle regelmäßig aktualisiert werden. Das Weltmagnetmodell (World Magnetic Model, WMM) beispielsweise wird alle fünf Jahre aktualisiert und ist für die Navigation in Anwendungen von der militärischen und kommerziellen Luftfahrt bis hin zum Kompass in einem Smartphone unerlässlich.

UNESCO Nomenclature: 2505
- Geophysik

Typ

Physikalisches Phänomen

Störung

Wesentliche

Verwendung

Weitverbreitete Verwendung

Vorläufer

  • Erfindung des Magnetkompasses
  • systematische Aufzeichnung der magnetischen Deklination für die Navigation
  • William Gilbert’s model of Earth as a giant magnet

Anwendungen

  • Aktualisierung von Navigationskarten und -modellen wie dem World Magnetic Model (WMM)
  • Archäomagnetismus zur Datierung gebrannter archäologischer Materialien wie Keramik oder Brennöfen
  • Bereitstellung von Randbedingungen für Geodynamo-Computersimulationen
  • Untersuchung der Dynamik des tiefen Erdinneren

Patente:

NA

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Verwandt mit: säkulare Variation, geomagnetisch, Westwärtsdrift, Weltmagnetmodell, Archäomagnetismus, Geodynamo, äußerer Kern, magnetische Deklination, Dipolmoment, geomagnetischer Ruck.

Historischer Kontext

Geomagnetische säkulare Variation

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1800
1852
1900
1912
1940
1940
1950
1800
1838
1872
1910
1940
1940
1946

(wenn das Datum unbekannt oder nicht relevant ist, z. B. „Strömungsmechanik“, wird eine gerundete Schätzung seines bemerkenswerten Auftretens bereitgestellt)

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